manciano cassero

Die Befestigungsanlage ist Sitz der Stadtverwaltung und kann zu bestimmten Zeiten oder auch auβerhalb der Öffnungszeiten in Begleitung vom Personal besichtigt werden.
Von der Piazza Garibaldi aus betrachtet wirkt die Anlage sehr imposant, sie ruht auf drei Wällen, und besteht aus grauen Sandsteinblöcken. Sie wurde wahrscheinlich bereits vor dem 12. Jahrhundert errichtet, wurde jedoch während der sienesischen Zeit restauriert und ausgebaut. Nach Ende der sienesischen Herrschaft, geriet die Festung in einen Zustand der Verwahrlosung bis 1771, als der Kommissar des Großherzogs sie als neuen Sitz des Rathauses auswählte. Im Jahre 1787 hat der Großherzog Leopold seine Eindrücke im Rahmen eines Besuchs in Manciano schriftlich festgehalten, und dabei die Befestigunsganlage, den sog.
Cassero, als “das schönste Prätorium der unteren Provinz” beschrieben. Dank dieses Textes wissen wir heute auch, dass sich im Erdgeschoss ein Gefängnis befand, in der ersten Etage die Räumlichkeiten des Distriktsvikars und eines Sekretärs, in der zweiten, die des Notars, ein Versammlungsaal und eines weiteren Sekretärs. Im Gebäudeinneren, in den Sälen und den Büros, sind Kunstwerke des späten 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, sowie auch moderne Werke zu sehen. Unter den bedeutenden zeitgenössischen Künstlern sind Alessandro Babbanini, Giuliano Ciolfi und Bruno Vannucci zu erwähnen.
Im Ratssaal hängen zahlreiche Werke der beiden berühmtesten Maler, Pietro Aldi und Paride Pascucci, insbesondere die beiden Gemälde “Der Eid von Ghino di Tacco” und „Das Familienfest” sind von erheblichem Wert im Hinblick auf die zukünftige Gründung einer Kunstgalerie.